Girls Day in Ohlstedt: 15 Mädchen entdecken den Tischtennissport

Stampf. Dreh. Stampf. So lässt sich die Geräuschkulisse wohl am besten beschreiben, als am 23.03 um 11 Uhr der Tischtennis-„Girls Day“ in der alten Sporthalle der Schule am Walde in Ohlstedt beginnt.

Teilnehmerin Rebecca (8 Jahre) hält ihren selbst designten Button in der Hand, er zeigt neben ihrem Namen – dieser war Vorgabe – eine gelbe Sonne und Verzierungen in verschiedenen Farben. Mit Begeisterung heftet Rebecca sich den Button an ihr Oberteil und so tun es ihr die übrigen vierzehn Mädchen gleich. Die Sieben- bis Elfjährigen sind motiviert, Tischtennis zu spielen – Vorerfahrungen haben die wenigsten, schon gar nicht auf Vereinsebene. „Einfach nachmachen, die Nadel muss nach unten“, sagt Alexander Murek und übergibt Vereinstrainer Jan Rüssmann die Leitung über die Buttonmaschine. Alexander ist hauptamtlicher Trainer beim Deutschen-Tischtennis-Bund (DTTB) und hat die Mission, Kinder in ganz Deutschland für den Tischtennissport zu begeistern. Heute unterstützt er die Vereinstrainer Juliane Davidsson, Swaantje Pöhler und Jan Rüssmann dabei, die anwesenden Mädchen im Rahmen des „Girls Day“, der seit einigen Jahren als DTTB-Werbeaktion existiert, heiß auf Tischtennis zu machen. Der ansässige Tischtennisverein „TTG Duwo-Lemsahl“ verfügt zwar über eine intakte Jugendarbeit, Mädchen sind hier allerdings leider noch die Ausnahme. Damit steht man sowohl auf Hamburger Ebene als auch im deutschlandweiten Vergleich bei weitem nicht allein da. Mädchen fehlen an allen Ecken und Enden: Nicht einmal ein Viertel der aktiven Tischtennisspieler ist weiblich, Tendenz negativ. Der Einstieg zur Sportart fällt Mädchen in den männlich dominierten Trainingsgruppen oftmals schwer. Deshalb braucht es zum Aufbau einer Mädchenabteilung Aktionen wie den „Girls-Day“, an dem ausschließlich Mädchen teilnehmen dürfen. Und so verteilte das Duwo-Lemsahl-Trainerteam Flyer in den regionalen Schulen und Supermärkten, befeuerte den internen E-Mail-Verteiler und warb im Internet. Alles mit dem Ziel, die weibliche Nachwuchsarbeit mittelfristig fest im Verein zu etablieren – insbesondere Juliane Davidsson und Swaanje Pöhler haben sich diesem Ziel verschrieben, sie leiten montags sogar eine eigens für die Mädchen konzipierte Trainingseinheit.

Dass Tischtennis einige Einstiegshürden bereithält, wurde auch am Sonnabend des „Girls Day“ schnell klar: Einige der Mädchen waren unsicher, hatten teilweise sogar Angst. Sätze wie „Ich kann das nicht“ fielen mehrfach, ließen sich jedoch durch Ermutigungen und gutes Zureden entkräften. Diese Zurückhaltung wurde Stück für Stück abgelegt: Bei kooperativen Aufwärmspielen lernten die Mädchen sich kennen, feuerten sich sogar gegenseitig an. Es galt, gemeinsam verschiedene Symbole unter umgedrehten Spielkarten zu finden. Im Anschluss ging es endlich an die Tischtennistische: Die Schlägerhaltung sowie die sog. Grundstellung (spezieller Stand und Körperhaltung beim Tischtennis) waren zügig erklärt und so konnte es mit ein paar ersten Tipps zu Vorhand, Rückhand und dem Aufschlag direkt los gehen. Die Trainer staunten nicht schlecht, wie die kurz zuvor noch so wenig selbstbewussten Mädchen erste Ballwechsel bravurös zustande brachten. Entsprechend holten sich die Teilnehmerinnen ihr verdientes Lob ab. Beim darauffolgenden Balleimertraining durften die Mädchen ihre Beinarbeit unter Beweis stellen, ehe der erste Trainingsabschnitt mit dem sogenannten „Kaiserspiel“ zu Ende ging.

Etwas erschöpft, aber glücklich stärkte sich die Gruppe während der Mittagspause am reichhaltigen Buffet. Essen findet geschlechterübergreifen Anklang, so viel wurde klar. In angenehmer Atmosphäre entwickelten sich nette Gespräche und auf Wunsch der Mädchen wurde auch der ein oder andere zusätzliche Button gefertigt.

Nach der Pause stand ein Zumba-Tanz auf dem Programm: Angeleitet von Trainerin Swaantje lernten die Mädchen, sich mit verschiedenen Körperbewegungen im Takt der modernen Popmusik zu bewegen. Was das mit Tischtennis zu tun hat? Es ist eine abwechslungsreiche Möglichkeit, die für den Tischtennissport wichtige koordinative Entwicklung zu schulen und macht nicht zuletzt viel Spaß. Nach einigen Ballgewöhnungsübungen, die zum Reinkommen gedacht waren, kehrte man wieder an den Tischtennistisch zurück: Übungen mit leicht erhöhtem Schwierigkeitsgrad wurden begeistert aufgenommen und zur Freude der Trainer von allen Mädchen erfolgreich gemeistert. Erklärt wurden im zweiten Trainingsabschnitt außerdem die wichtigsten Regeln beim Tischtennis. Mit diesem Wissen waren die Mädchen bereit, gegen Ende der Veranstaltung auch einmal um Punkte zu spielen. Beim sogenannten „Jokerspiel“ konnte das zuvor Erlernte direkt umgesetzt werden, außerdem hielt es durch die Struktur des Spiels für jede Spielerin Erfolgserlebnisse bereit. Den inhaltlichen Abschluss bildete ein Fangspiel, bei dem die Mädchen noch einmal ihre letzte verfügbare Energie los werden konnten. Nachdem jedes Mädchen noch eine Teilnehmerurkunde sowie einen Turnbeutel inklusive einiger Goodies erhalten hatte, endete die Veranstaltung um 15 Uhr. Viele der Mädchen sagten, sie möchten gerne einmal zum Vereinstraining kommen. Wenig verwunderlich, dass die mit dem „Girls Day“ rundum zufriedenen Trainer dies gerne hörten. Das große Ziel der TTG DuWo-Lemsahl, in nächster Zeit erstmals eine Mädchenmannschaft zum Spielbetrieb anmelden zu können, ist durch den „Girls Day“ jedenfalls in greifbare Nähe gerückt.

Sollten Sie Interesse an der weiblichen Nachwuchsarbeit der TTG Duwo-Lemsahl haben, steht Ihnen Jugendkoordinator Jan Rüssmann gerne via Mail (jan.ruessmann@gmx.de) oder mobil unter 0170 6605925 zur Verfügung.

Trainerin Juliane bei der Herstellung der beliebten Buttons
Aufgepasst! Die richtige Schlägerhaltung beim Tischtennis ist sehr wichtig
Beim Balleimerzuspiel kommen die Mädchen ordentlich ins Schwitzen
Das Mittagsbuffet – für Verpflegung ist gesorgt
Der Zumba-Tanz war für viele Mädchen eine spannende Erfahrung

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